Wenn die Ernte im Herbst eingefahren ist beginnt in Südtirols Süden die „Törggele-Zeit“. Von Ende September bis November öffnen in der ganzen Region Weingüter und Landgasthöfe ihre Tore zur Verkostung von neuen Weinen und lokalen Spezialitäten. Während im September noch der mostähnliche „Súse“ oder „Suser“ verkostet wird, kommt später der „Nuie“, also der neue Wein dieses Jahrgangs auf den Tisch. Dazu wird traditionelle Südtiroler Küche gereicht wie beispielsweise Schlutzkrapfen (gefüllte Nudeltaschen), Surfleisch, Südtiroler Speck mit Schüttelbrot sowie Keschtn (Kastanien).
Zum Törggelen gehört traditionsgemäß auch das Wandern. Als einzelner Wanderer oder in Törggele-Gruppen kann man durch die herbstliche Landschaft ziehen und den Wein der Kellereien ausprobieren. Besonders empfehlenswert ist der malerische Keschtnweg, der am Vahrner See beginnt und über das Rittner Hochplateau bis hinunter in den Bozner Talkessel zum Schloss Runkelstein verläuft. Begleitet von Kastanienhainen führt der über 60 Kilometer Weg vorbei an 55 Buschenschänken.
Der Begriff Törggelen geht auf das lateinische „torquere“ für „pressen“ zurück. Die Südtiroler nennen ihre Weinpresse Torggl und leiteten daraus den Begriff für einen Brauch ab, der so alt ist wie der Weinbau in Südtirol selbst. Sobald die Trauben abgeerntet sind und der Rebsaft in großen Fässern ruht, hängten die Bauern Wacholdersträuße an ihre Türen. Damit signalisierte der Hof, dass er ein „Buschenschank“ ist und Gäste zum Einkehren und zur Weinverkostung einlädt. Das Aushängen der Sträuße ist heute so gut wie verschwunden, der Name Buschenschank bezeichnet allerdings immer noch ein traditionelles Törggele-Lokal.
Weitere Informationen beim Tourismusverband Südtirols Süden unter <link http: www.suedtirols-sueden.info>www.suedtirols-sueden.info