Baskenland - fuenf liebenswerte Orte - slow cities

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Baskenland: 5 liebenswürdige Orte, die sich lohnen

Ihre Leidenschaft gilt der baskischen Kultur und den Menschen im Baskenland. Für Jone Karres Azurmendi ist es ihr Mutterland. Die studierte Deutsch-Baskin mit einer baskischen Mutter und einem deutschen Vater ist eine begnadete Brückenbauerin zwischen den Kulturen. „Nach dem Studium in Deutschland und langjährigem Aufenthalt danach habe ich mich bewusst für ein Leben im Baskenland entschieden“, erläutert Jone. Sie ist nicht nur als Journalistin, sondern auch als Fremdenführerin tätig, „um die einzigartige Kultur des Baskenlandes zu vermitteln. Denn das Eintauchen in die baskische Kultur ist das reinste Abenteuer“.

Das Baskenland: Eine autonome Region im Norden Spaniens

Im Norden Spaniens ist die Autonome Gemeinschaft Baskenland oder Euskadi wie die Basken ihr Land nennen eine ganz besondere Region. Es ist kein Urlaubsziel so wie viele Urlaub an der Südküste Spaniens gewohnt sind. Kein Schickimicki, nichts für Handtuchausleger oder Ballermänner:innen. Das Baskenland spricht eher Aktiv- und Outdoor-Urlauber:innen an. Ein Reiseziel für neugierige, bewegte Menschen. Oder für Gourmet-Touristinnen und Touristen.

Man kann sich dem Baskenland auf vielfältige Weise nähern. Ganz sicherlich erst einmal über Bilbao, der ehemaligen Industrie- und jetzigen Kulturstadt mit dem weltbekannten Guggenheim-Museum. Schließlich ist der internationale Flughafen von Bilbao meist Dreh- und Ankunftsort. Auf Fernweh.de – diesem Reisemagazin – ist Bilbao in einem gesonderten Beitrag beschrieben.

Slow Cities – Die Kunst der Entschleunigung im Baskenland

Unsere Reise mit Jone steht unter dem Slogan „Slow Cities“. Drei Ortschaften im Baskenland haben sich dieser Bewegung (Cittaslow) angeschlossen, die ihren Ursprung in Italien hat. Mittlerweile sind 287 Städte weltweit dabei. Es geht um Nachhaltigkeit, Naturnähe und Regionalität. In Zeiten, in denen ganze Regionen, Inseln oder Orte über „overtourism“, also über zu viele Touristen, stöhnen, ist so eine Initiative sicherlich eine notwendige und sehr wünschenswerte Alternative.

Doch wir nähern uns zusammen mit unserer deutsch-baskischen Brückenbauerin Jone dem Baskenland nicht nur über die „Slow Cities“. Jone führt Fernweh.de zu fünf liebenswerten Orten im spanischen Baskenland, die man außer Bilbao gesehen haben sollte. Und sie entführt uns ein bisschen in die Welt der Basken.

Tipp 1: Balmaseda – die älteste Stadt der Provinz Biskaya

Balmaseda soll die älteste Stadt in der Provinz Biskaya sein. Sie liegt ca. 30 km südwestlich von Bilbao und ist mit dem Auto in 30 Minuten und öffentlichen Verkehrsmitteln in etwas mehr als einer Stunde zu erreichen.

Im Jahr 1199 gegründet, lag Balmaseda optimal an der lukrativen Handelsroute zwischen Kastilien und dem Baskenland. Es wurde eine Festungsstadt zwischen den Bergen und dem Fluss Kadagua.

Kochen wie ein Dampflokomotiv-Führer

Heute ist Balmaseda ein beschauliches Städtchen, das sich der Slow Cities-Bewegung angeschlossen hat. Wahrzeichen ist die alte Brücke aus dem 13. Jahrhundert. Gut erhaltene Gebäude aus dem 15. bis 19. Jahrhundert runden das Stadtbild ab.

Kulinarisch bekannt ist Balmaseda für seine Putxera (sprich: Putschera). Ein Bohneneintopf mit Schweinefleisch. Es wird in einem großen blechernen Topf über vier Stunden gekocht. Ausgedacht haben sich das vor längerer Zeit die Crews der Dampf-Lokomotiven der Strecke Balmaseda – León. Sie kochten sich unterwegs ihre Mahlzeiten. Dazu nutzten sie den Dampf der Lokomotiven, um ihre Kochtöpfe, die Putxera, zu erhitzen.

Und da man im Baskenland Wettbewerbe über alles mag (das sagen die Basken über sich selbst), finden in Balmaseda seit 1971 regelmäßig Putxera-Wettbewerbe statt.

Wo die berühmten Baskenmützen produziert wurden

Es ist ein Industriemuseum und ein Zeugnis der Industriekultur im Baskenland: das Textilmuseum La Encartada. Die ehemalige Fabrik liegt am Fluss etwas außerhalb von Balmaseda. Nach hundertjähriger Tätigkeit als Textilfabrik wurde das Industriegelände unter Denkmalschutz gestellt und samt noch funktionierender Maschinen 2007 in ein Museum umgewandelt.

Heute erfährt man dort, wie fast bis zu 100 Mitarbeitende, hauptsächlich Frauen, unter anderem die legendären Baskenmützen produzierten.

Museumsdirektorin Ainara Martínez Matia kümmert sich engagiert um Besucher:innen und um den Erhalt der Maschinen.

Textilmuseum La Encartada
Barrio El Penueco, 111, 48800 Balmaseda
Tel. +34 946800778, ainara.martinez.matia@biskaia.eus

Restaurant-Tipp (vom Autor ausprobiert)
Teike
Martin mendia 5, 48800 Balmaseda
Tel. 0034 688 66 95 89
Moderne baskische Bar mit sehr freundlichem Team. Schmackhaftes Essen, mit Liebe zum Detail zubereitet. Empfehlenswertes Menü. Vorherige Reservierung ist oft notwendig.

Übernachtung (vom Autor ausprobiert)
Convent San Roque
Campo de las Monjas Kalea, 2, 48800 Balmaseda
Tel. +34 946 10 22 68, info@hotelsanroque.es
Ein ehemaliges Kloster aus dem 17. Jahrhundert wurde zum Hotel umgebaut. Tolles Ambiente innerhalb historischer Mauern.

Touristeninformation
Martín Mendia 2, 48800 Balmaseda, Tel. +34 946 802 976

Tipp 2: Mungia – Wo einer der ältesten Bauernhöfe des Baskenlands steht

Mungia ist ein kleines Örtchen (ca. 18.000 Einwohner) nordöstlich von Bilbao, das sich ebenfalls der Slow Cities-Bewegung angeschlossen hat. Es ist von Bilbao mit dem Auto in ca. 20 Minuten oder mit dem Bus in ca. 45 Minuten zu erreichen.

In der Umgebung des Ortes soll es schon prähistorische Siedlungsgebiete gegeben haben, offiziell erwähnt worden sein soll Mungia im Jahre 1051.

Während das Leben in diesem Ort, der in der Gemeinde der Provinz Biskaya liegt, jahrhundertelang meist recht unspektakulär verlief, erlebte es 1937 während des spanischen Bürgerkriegs die schlimmste Bombardierung durch faschistische Truppen. Diese Luftangriffe waren mindestens genauso vernichtend wie die Bombardierung des ca. 20 km entfernten Ortes Guernica, die auch wegen des Gemäldes von Pablo Picasso weltweit bekannt wurde.

Eine Markthalle in einer Kirche, das ist doch mal etwas anderes. Jahrhundertelang von der Landwirtschaft geprägt, ist man in Mungia heute stolz auf regionale Produkte, die auf dem Wochenmarkt in einer angebauten Stahl-/Glaskonstruktion an der Kirche angeboten werden.

In Mungia kann man einen der ältesten Bauernhöfe im Baskenland besichtigen. Der Hof Landetxo Goikoa soll Anfang des 16. Jahrhunderts entstanden sein. Heute ist er liebevoll restauriert und Bestandteil eines Parks, den besonders Kinder gerne wegen der dort ausgestellten, übergroßen mythologischen Figuren des Baskenlands besuchen. Damals war ein Bauernhof für die Basken ein zentraler und lebenswichtiger Ort des Zusammenkommens und des Zusammenlebens, aber auch der Magie und der Mythologie.

Kurt Tucholsky über den Ursprung der Basken

„Sie haben es gut: man kann ihnen nichts beweisen. Man weiß nicht, wer sie sind, weiß nicht, woher sie stammen, was für eine Sprache das ist, die sie sprechen – nichts. Denn kein Latein, keine romanische, keine nordische Sprache hilft dir hier.“


Kurt Tucholsky, Ein Pyrenäenbuch, 1927

Tipp 3: Lekeitio – Idyllisches Hafenstädtchen

Lekeitio (spanisch: Lequeitio), der dritte baskische Teilnehmer der Slow Cities. Das Städtchen (ca. 7300 Einwohner) liegt am Fuß de Monte Calvario in einer Bucht.

Ein kleines, scheinbar im Meer schwimmendes Felsmassiv macht den Hafen an der Mündung des Flusses Lea zu einem besonderen Ort. Es ist die Insel San Nicolás, die man bei Ebbe zu Fuß erreichen kann, und die einen guten Schutz für den Hafen bietet.

Das alte Zentrum von Lekeitio ist recht gut erhalten und wird durch die gotische Basilika Santa Maria aus dem 13. Jahrhundert geprägt. In den schmalen Straßen stammen die wappengeschmückten Häuser noch aus der Renaissance oder Gotik. Mittlerweile ist die Altstadt denkmalgeschützt.

Außerhalb des Ortes in nördlicher Richtung kann man den Leuchtturm Santa Catalina besichtigen und von dort einen herrlichen Ausblick auf das Meer genießen. Und das auch bei einer Tasse Kaffee in einem kleinen Restaurant. Im Leuchtturm werden Führungen angeboten, in denen über einen Bildschirm Infos über die Schifffahrt vermittelt werden. In einem kleinen nachgebauten Boot kann man dort auch eine virtuelle Bootsfahrt längs der baskischen Küste erleben.

Abends geht es rund um den Hafen fröhlich zu: In vielen Restaurants werden kleine und große Köstlichkeiten der Region, insbesondere Fischgerichte, angeboten.

Restaurant (vom Autor ausprobiert)
Restaurante Egaña
Antiguako Ama 2, 48280 Lekeitio Tel. +34 94 684 01 03, reserva@eganarestaurante.com
Auf Fisch- und Meeresfrüchtegerichte spezialisiertes Restaurant, das in der dritten Familien-Generation geführt wird. Es ist etwas abseits vom Hafen gelegen. Gekocht und serviert wird hier mit viel Engagement. Sehr freundlicher Service.

Übernachtung (vom Autor ausprobiert)
Hotel Zubieta
Atea S/N. 48280 Lekeitio (Bizkaia)
Tel. +34 946 84 30 30, hotelzubieta@hotelzubieta.com
Kleines Hotel von Bäumen und Garten umgeben. Restauriertes Haus aus dem 17. Jahrhundert. Angenehme Atmosphäre. Komfortable, gepflegte Zimmer, ruhige Lage. Freundliche Mitarbeiter:innen.

Tipp 4: Geopark – Millionen Jahre Erdgeschichte

60 Millionen Jahre Erdgeschichte auf einen Blick. Das ist ein wahres Paradies für Geologen. Doch auf für normale Besucher:innen lohnt ein Trip zum Geopark an der baskischen Küste.

Geoparks sind ein Netzwerk der UNESCO. Sie bezeichnen bewohnte Regionen mit geologischen Besonderheiten.

Der baskische Geopark liegt in der Provinz Gipuzkoa mit den Gemeinden Deba, Zumaia und Mutriku. In diesem Geopark gibt es 13 km Steilküste, die den Flysch bilden. Flysch ist ein geologischer Fachbegriff, der Felsformationen bezeichnet. Im Laufe der Erdgeschichte haben sich durch heftige Bewegungen Erdplatten so angehoben, dass ihre Schichten, die ursprünglich horizontal lagen, sich senkrecht nach oben schoben. Damit bekommen Geologen Einblick über viele Ereignisse der Erdgeschichte und können beispielsweise darüber forschen, warum die Dinosaurier ausgestorben sind.

Ideal, um diese Formationen anzuschauen, ist der Strand von Itzurun. Dort kommt man ganz nah an die Felsen heran. Nicht weit von dem Städtchen Zumeia entfernt, ist der 270 m lange Strand auch ein beliebter Meereszugang für Badende, Surfer oder Kanuten.

Tipp 5: Donostia / San Sebastián – die Kunst des guten Lebens

Ein herrlicher Sandstrand mitten in der Stadt: Donostia (spanisch: San Sebastián) liegt malerisch am Meer. Der beliebte Playa de la Choncha bietet neben zwei weiteren Stränden ideale Bademöglichkeiten mitten im Stadtzentrum.

Der spanische Adel liebte die Stadt mit dem wunderbaren Strand. Und so wurde San Sebastián (baskisch: Donostia) um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert zur Sommerresidenz der spanischen Königin Maria Christina und ihrem Gefolge. Man spürt der Stadt noch den mondänen, aristokratischen, aber auch leicht dekadenten Flair der Vergangenheit an. Die Bauten der Belle Epoque prägen bis heute Teile der Stadt.

Besonders schön ist die Altstadt von Donostia. In engen Gassen erlebt man hauptsächlich die Freude der Basken am guten Essen. In den Kneipen hängen die Schinken von der Decke, dazu gibt es überall Pintxo (spanisch: Pincho). Das sind kleine Leckereien meist mit Weißbrot oder Baguette. Köstlich belegt mit Meeresfrüchten, Fisch, Oliven, Salaten, Käse, Schinken oder Wurst. Sie haben ihren Namen von den zahnstocherähnlichen Spießen, die diese Kleinigkeiten zusammenhalten.

Fernweh.de Restaurant-Tipp Altstadt: La Viña
31 de Agosto Kalea, 3, 20003 Donostia, Tel. +34 943 42 74 95, montags geschlossen

Donostia war einst ein armer Fischerort. Fischerei ist dort aber heute noch sehr wichtig, auch wenn den örtlichen Fischern Nachwuchsprobleme das Geschäft schwierig machen. 1986 gründeten Fischereiverbände die Kooperation Kofradia mit dem Ziel, die Fischerei im Baskenland weiterzuentwickeln. Dabei legt man besonderen Wert auf nachhaltigen Fischfang, um die Fischbestände und Meeresressourcen an der baskischen Küste auch für die Zukunft zu erhalten und gleichzeitig hochwertige Fischprodukte anbieten zu können.

Im Hafen von Donostia befindet sich das Informationszentrum der Genossenschaft „Kofradia - Itsas Etxea“. Dort kann man im Restaurant frische, maritime Köstlichkeiten aus den Fängen der örtlichen Fischer genießen.

Fernweh.de – Insider Tipp: Kofradia - Itsas Etxea
Kaimingaintxo Plaza, 1, 20003 Donostia, Tel. +34 943 05 07 64. Geöffnet Dienstag bis Sonntag

Fazit: Eine Ode an das Baskenland

Am Ende unserer Reise kann man unsere Reiseführerin Jone verstehen. Ihre Leidenschaft zum Baskenland, zu den Menschen, zu der Natur. Faszinierend: Die rauen, grünen und nicht übermäßig hohen Berge. Das wilde Meer der baskischen Biskaya mit den stark zerklüfteten Felsformationen.

Und alles scheint einen Gang langsamer als in Deutschland zu gehen. Generationen von Menschen, die seit vielen tausend Jahren weitgehend abgeschottet lebten. Menschen, die ihre Traditionen, ihre Sprache noch heute weiterleben und sich gleichzeitig an die aktuellen Lebensbedingungen immer wieder neu anpassen. Und sich auch kulturell modern präsentieren wie mit den Filmfestspielen von San Sebastián oder dem Guggenheim Museum in Bilbao.

Eine Region, die zu einem sehr großen Teil einen entschleunigten Tourismus bietet. Gleich ob Wandern auf dem Jakobsweg, Wassersport, Radfahren und viele andere Outdoor-Sportarten: Das Angebot zu einem etwas anderen Urlaub ist vielfältig. Auch Kulturreisende und Gourmet-Freunde finden im Baskenland sicherlich was sie wünschen.

Jone beschreibt es richtig: „Das Eintauchen in die baskische Kultur ist das reinste Abenteuer“. Und man kann ergänzen: Eine Reise ins Baskenland ist eine wunderschöne Entschleunigung.

Sie ist Journalistin, Filmemacherin und Fremdenführerin: Jone Karres Azurmendi. Das Herz der Deutsch-Baskin schlägt für ihr Mutterland, das Baskenland. Sie wohnt in Donostia / San Sebastián und kennt sich im Baskenland bestens aus.
Für Besucher:innen, auch für Privatpersonen, bietet sie unterschiedliche, deutschsprachige Touren und Führungen an.
adoreBaske,Tel. +34 637978748, info@adorebasque.com

Was man über das Baskenland wissen möchte

Baskisch – Ursprung unbekannt

Euskara nennt sich die baskische Sprache, die mittlerweile im spanischen Baskenland neben Spanisch offizielle Amtssprache ist. Man schätzt, dass sie dort von ca. 700.000 Menschen gesprochen wird.
Baskisch soll so schwer zu erlernen sein, dass der Sage nach es noch nicht einmal der Teufel geschafft hat, sie zu erlernen. Tatsache ist, dass Euskara eine sehr alte und keine indogermanische Sprache ist. Sie ist eine Ergativ-Sprache, die grundsätzlich andere Satzkonstruktionen hat. Das Verb im Satz hat eine besondere Stellung und Veränderungen werden in den Vor-, Mittel- und Nachsilben des Verbs ausgedrückt. Das führt zu mehr als 15.000 Verbformen.

Die Aussprache von Euskara ist für deutschsprachige Besucher:innen im Gegensatz zur komplizierteren Grammatik kein Problem: Es wird alles so wie im Deutschen ausgesprochen. Nur das vielfach verwendete „x“ in den Worten mag verwirren. Es ist aber ganz einfach, denn „x“ wird „sch“ gesprochen.

Hier einige wenige höfliche Worte, die man bei einem Besuch im Baskenland kennen sollte:

DeutschBaskisch
Hallo    Kaixo (sprich Kaischo)
Guten Tag Egun ona
Auf Wiedersehen  Agur
Bitte    Mesedez
Danke        Eskerrik asko
Entschuldigung    Barkatu

Auf der Suche nach der Seele der Basken

Einige ganz persönlichen Eindrücke

Wenn ich ein Land, eine Region oder eine Stadt bereise, dann interessiere ich mich hauptsächlich für die Menschen dort. Sehenswürdigkeiten empfinde ich eher als Ausdruck einer Lebenseinstellung oder eines Lebensgefühls von Menschen. Natürlich bin ich nicht auf der Suche nach solchen dämlichen Verallgemeinerungen wie beispielsweise „den stolzen Spanier“. Ich möchte vielmehr verstehen, was Menschen antreibt, was sie bewegt und was ich Liebenswertes finden kann.

Um es vorweg zu sagen: Meine geführte Pressereise ins Baskenland war zu kurz, um die Menschen dort verstehen zu können. Das wäre auch vermessen. Trotzdem einige kurze Schnappschüsse:

Viele Menschen, die ich traf oder beobachtete, machten auf mich einen recht entspannten und freundlichen Eindruck.

Ich habe auch verstanden, dass viele Baskinnen und Basken ihre Heimat sehr lieben.

Nach dem Besuch von Ortschaften im Landesinneren und an der Küste kann ich erahnen, dass die Geografie der bizarren Berge und des wilden Meers etwas mit Menschen macht, sie prägt.

Darüber hinaus habe ich im Baskenland köstlich gegessen. Und damit habe ich verstanden, dass gutes Essen und Trinken ein wichtiger Bestandteil der Alltagskultur und des Lebensgefühls im Baskenland ist.

Ertay Hayit

Kochclubs – Gastronomie nur für Männer

Die Kochkunst im Baskenland ist legendär. Die Freude am Kochen, an der Geselligkeit und am Essen und Trinken führte dazu, dass Ende des 19. Jahrhunderts Kochclubs gegründet wurden. Eine Mitgliedschaft war bis vor einigen Jahren ausschließlich für Männer möglich. Mittlerweile haben sich einige Kochclubs auch für Frauen geöffnet.

In einen Kochclub einzutreten, ist gar nicht so einfach. Das ist nur möglich, wenn ein bisheriges Mitglied ausscheidet. So sind im Laufe der Zeit durch die Kochclubs enge (Männer-)Bündnisse entstanden. Allerdings soll es in den Kochclubs keine sozialen Ausgrenzungen geben. In San Sebastián, dem Ausgangsort der Kochclub-Bewegung, sollen um die 200 Kochclubs existieren.

Viele berühmte baskische Köche kommen aus einer der Kochclubs. Fremden bleiben die Kochclubs bis auf wenige Ausnahmen verschlossen.

Fakten – Baskenland

Staatsform: Autonome Region in Spanien
Provinzen: Gipuzkoa (spanisch: Guipúzcoa), Bizkaia (spanisch: Vizcaya) und Araba (spanisch: Álava)
Amtssprachen: Baskisch und Spanisch
Hauptstadt: Vitoria-Gasteiz

Jährliche Durchschnittstemperatur: 14,35 º

Einwohner
Baskenland: 2.188.017 Einwohner.
Vitoria-Gasteiz: 246.149 Einwohner.
Bilbao: 343.430 Einwohner.
Donostia-San Sebastián: 181.652 Einwohner.
(Quelle: Kommunale Einwohnerstatistik vom 01.01.2019, Baskisches Statistikamt Eustat)

Gliederung des Brutto-Inlandsproduktes (BIP) nach Wirtschaftsbranchen (2018):
· Landwirtschaft, Viehzucht und Fischerei: 0,9%.
· Bau: 5,9%.
· Industrie: 19,3%.
· Dienstleistungen: 73,9%.
· Tourismus: 6,1%.
(Quelle: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen und untergeordnete Berechnung für Tourismus, Baskisches Statistikamt Eustat)

Hinweis des Autors Ertay Hayit, Chefredakteur Fernweh.de

Ich war im Baskenland vier Tage und drei Nächte. Die Einladung erfolgte von Basque Tour und wurde vom Spanischen Fremdenverkehrsamt (Turespana) in Frankfurt organisiert und freundlich abgewickelt. Obwohl ich für diese Reise keinen Cent bezahlt habe, ist meine Sympathie für das, was ich im Baskenland gesehen und erlebt habe, ehrlich. Weder fühle ich mich verpflichtet, irgendetwas über das Baskenland zu schreiben noch habe ich irgendetwas beschrieben, was ich ohne Einladung nicht auch getan hätte.

Text und Bilder: Ertay Hayit

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