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Reichtümer des portugiesischen Tauchgebiets Azoren

Mit Glück den König der Meere sehen oder historische Schiffswracks entdecken

Beim Tauchen in der azorischen Unterwasserwelt kann man dem Blauwal begegnen (Foto: Comeo)

Für Taucher zählen die neun portugiesischen Inseln zu den weltweit besten Revieren. In den Gewässern tummeln sich mehr als 20 Walarten, darunter der König der Meere: der Blauwal. Dieser Artenreichtum sucht in Europa seinesgleichen. Die Küsten fallen steil, bis in eine Tiefe von 3.000 Metern ab. So können Fische und Meeressäuger, die normalerweise im offenen Meer zu Hause sind, in Küstennähe leben. Ein weiterer Grund ist der Golfstrom vor den Azoren. Viele Meerestiere nutzen den Strom und lassen sich quasi per Anhalter aus den Tropen zu den Azoren mitnehmen.

Auf allen Inseln gibt es Tauchbasen, von wo aus Trips zu den küstennahen Tauchgründen starten. Besonders die Tauchgründe im offenen Meer, wie die Princess Alice Bank, 80 Kilometer vor den Inseln Pico und Faial gelegen, gelten in Taucherkreisen noch als Geheimtipp. Neben Meeresschildkröten, Wal- und Hammerhaien treffen hier Taucher auf Delfine und Teufelsrochen.

Ein großes Tauchrevier liegt um die Formigas - eine Gruppe von acht Felsen, die ca. 40 Kilometer nördlich von Santa Maria aus dem Meer ragen. Die schroffen Felsen haben in der Vergangenheit das Schicksal vieler Schiffe besiegelt. Sie selbst sind unbewohnt, aber unter Wasser findet sich eine reiche Anzahl von und Schwärmen. Dies brachte den Formigas den Status eines maritimen Schutzgebietes ein. Aber auch Steilwände, Grotten sowie die relativ warme Wassertemperatur locken jedes Jahr Taucher aus aller Welt.

Gesunkene Segelschiffe aus dem 15. Jahrhundert und historische Dampfer machen die Azoren zu einem der bedeutendsten Gebiete Europas für Wracktaucher. Der Hafen von Angra do Heroismo auf Terceira diente Atlantiküberquerern seit jeher als Zwischenstopp. Sicher war der Hafen jedoch nicht. Oft versanken die Schiffe entweder im Sturm oder bei Piratenangriffen, manchmal mussten Segler ihre Anker zurück lassen. Heute sind diese Überreste für Taucher im archäologischen Unterwasserpark zugänglich. Ob ein Ausflug zum Wrack des Dampfers Lidador oder zum Ankerfriedhof (Cemitério das Âncoras) – die Expedition bleibt im Gedächtnis.

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