10 Helgoland-Tipps für einen unvergesslichen Inselbesuch
Helgoland misst kaum einen Quadratkilometer. Trotzdem gibt es auf Deutschlands einziger Hochseeinsel Orte, die selbst viele Stammgäste nicht kennen. Schroffe Felsen treffen auf weite Ausblicke über die Nordsee, Vogelschwärme kreisen über den Klippen und auf der benachbarten Düne ruhen Kegelrobben im Sand. Wer mehr als nur einen Tagesausflug plant, entdeckt eine Insel voller Natur, Geschichte und überraschend ruhiger Plätze. Reisejournalistin und WDR-Reiseexpertin Antje Zimmermann hat Helgoland mehrfach bereist und empfiehlt diese zehn persönlichen Favoriten.
1. Die Lummenfelsen
Mit nur 1,1 Hektar zählt das Gebiet zu den kleinsten Naturschutzgebieten Schleswig Holsteins. Gleichzeitig gehört es zu den eindrucksvollsten Vogelkolonien Deutschlands. Basstölpel, Trottellummen, Eissturmvögel und Dreizehenmöwen brüten dicht an dicht in den roten Felswänden. Ein besonderes Naturschauspiel bietet sich jedes Jahr im Juni, wenn sich die jungen Trottellummen aus schwindelerregender Höhe ins Meer stürzen. Dieses sogenannte Lummenspringen lockt Naturfotografinnen und Naturfotografen ebenso an wie Vogelfans.
2. Die Lange Anna
Der fast 50 Meter hohe Brandungspfeiler ist das Wahrzeichen Helgolands. Wind und Wellen haben die markante Felsnadel über Jahrtausende geformt. Rund um die Lange Anna ziehen Seevögel ihre Kreise. Von den Aussichtspunkten am Klippenrand eröffnet sich einer der bekanntesten Blicke der Insel.
3. Der Klippenrandweg
Rund drei Kilometer lang ist der Spazierweg über das Oberland. Unterwegs wechseln sich grüne Wiesen, steile Felskanten und weite Ausblicke auf die Nordsee ab. Immer wieder bieten sich Fotostopps auf die Lange Anna und die Vogelkolonien. Wer den Weg langsam geht, entdeckt oft auch Kaninchen, die zwischen den Grasflächen leben.
4. Die Jugendherberge Helgoland
Nur wenige Jugendherbergen liegen so spektakulär wie das Haus der Jugend auf Helgoland. Schon beim Frühstück fällt der Blick auf die Nordsee. Die Unterkunft eignet sich nicht nur für Schulklassen, sondern auch für Familien und Wandernde. Dank ihrer Lage ist sie ein guter Ausgangspunkt für Touren über das Oberland oder einen frühen Spaziergang entlang der Steilküste, wenn die Insel noch ruhig ist.
5. Bunkertour im Oberland
Unter den Wegen des Oberlands verbirgt sich ein weit verzweigtes Tunnelsystem. Es erinnert an die bewegte Geschichte Helgolands im Zweiten Weltkrieg und an die britische Besatzungszeit. Die unterirdischen Anlagen können ausschließlich im Rahmen geführter Touren besichtigt werden. Ortskundige Guides erklären dabei, welche Bedeutung die Insel einst als Marine- und Festungsstandort hatte.
6. Geheimtipp: Tag der offenen Tür im Alfred-Wegener-Institut
Nur selten öffnet das Alfred-Wegener-Institut seinen Standort auf Helgoland für Besucherinnen und Besucher. Wer einen dieser Termine erwischt, erhält spannende Einblicke in die Meeresforschung. Zu sehen sind unter anderem Schwarze Spinnensterne, Seedahlien und weitere Tiere der Nordsee, die sonst nur Forschende aus nächster Nähe beobachten.
7. Kegelrobben auf der Düne
Nur wenige Fährminuten von Helgoland entfernt liegt die vorgelagerte Düne. Hier leben Kegelrobben und Seehunde in freier Natur. Besonders zwischen November und Januar kommen zahlreiche Jungtiere zur Welt. Damit die Tiere nicht gestört werden, gilt ein Mindestabstand von 30 Metern. Mit etwas Geduld gelingen trotzdem beeindruckende Naturbeobachtungen.
8. Das Bungalowdorf auf der Düne
59 bunte Holzhäuser verteilen sich zwischen Strandhafer und Dünen. Autos gibt es hier nicht. Statt Straßen bestimmen Sandwege und das Rauschen der Nordsee den Alltag. Der breite Sandstrand liegt nur wenige Schritte entfernt und macht das kleine Feriendorf zu einem der ruhigsten Orte der Insel.
9. Geheimtipp: Strandschlafkörbe
Wer die Nordsee einmal ganz anders erleben möchte, kann auf der Düne einen der beiden Strandschlafkörbe mieten. Die Saison beginnt Mitte Juni. Eine Nacht zwischen Himmel, Dünen und Meeresrauschen gehört zu den ungewöhnlichsten Übernachtungen an der deutschen Nordseeküste.
10. Anreise: Fähre statt Katamaran
Die schnelle Verbindung mit dem Katamaran spart zwar Zeit, reagiert aber empfindlicher auf Wind und Wellengang. Die klassische Fähre ab Cuxhaven fährt meist ruhiger und zuverlässiger. Gerade bei wechselhaftem Nordseewetter kann das die entspanntere Wahl sein. Wer etwas mehr Zeit einplant, erlebt schon die Überfahrt als Teil des Inselbesuchs.
Lesetipp für Helgoland-Fans
Wer Helgoland zunächst vom Sofa aus kennenlernen möchte, findet die Insel auch in Antje Zimmermanns neuen Thriller „Das Event“ wieder. Der Roman spielt in einem verlassenen Hotel auf Helgoland und verbindet die besondere Atmosphäre der Hochseeinsel mit ihrer wechselvollen Geschichte. Für ihre Recherchen sprach die Autorin unter anderem mit dem örtlichen Polizeichef und besuchte die historischen Bunkeranlagen der Insel.
Bibliografische Angaben
Titel: Das Event
Autorin: Antje Zimmermann
Genre: Thriller
Verlag: dtv, München
Ausgabe: Paperback, 1. Auflage 2026
Umfang: 304 Seiten
ISBN: 978-3-423-26456-3
Preis: 17,00 Euro (Deutschland)
Erscheinungstermin: 2026
Zum Inhalt: Ein verlassenes Hotel auf Helgoland. Ein dubioser Eventveranstalter. Ein spektakuläres Live Adventure, das in einem Mord endet. Zwei Ermittlerinnen geraten auf Deutschlands einziger Hochseeinsel in einen Fall voller falscher Fährten und mysteriöser Ereignisse. Die besondere Atmosphäre Helgolands und reale Schauplätze der Insel bilden die Kulisse für den Psychothriller.
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Über Antje Zimmermann
Antje Zimmermann lebt in Köln und arbeitet als Reisejournalistin, WDR-Reiseexpertin und Autorin. Fast zwei Jahrzehnte berichtete sie von Reisen rund um die Welt, bevor sie sich dem Schreiben von Kriminalromanen widmete. Ihr Debüt Frau Faust wurde für den Glauser-Preis und den Harzer Hammer nominiert. Mit Das Event verbindet sie ihre langjährige Kenntnis Helgolands mit einem Thriller, der an realen Schauplätzen der Insel spielt.