Im Outback Oberbayerns sind es meist nur Bergriesen, die den Wanderern Gesellschaft leisten. Wer sich hier auf den Maximiliansweg begibt, trifft manchmal stundenlang keine Menschenseele und wird beim Durchqueren der Ammergauer Alpen automatisch zum Einzelgänger. Der Fernwanderweg, benannt nach dem bayerischen König Maximilian II., wurde vor genau 20 Jahren offiziell eröffnet. Seine wildesten Etappen sind ab sofort im Paket buchbar. Mit Übernachtungen am An- und Abreisetag in Bad Kohlgrub sowie einem Hütten-Quartier in den Brunnenkopfhäusern kostet das Abschalten in der Einsamkeit ab 89 Euro pro Person.
Ausgestattet mit neuen Stöcken, Schuhen und Jacken sowie Begleitern wie Rücksäcken, GPS-Geräten und Ferngläsern, die man sich bei Bedarf im „Best-of-Wandern-Testcenter“ in Bad Kohlgrub kostenlos ausleiht, läuft sich der Wanderer am Ankunftstag warm. Und erklimmt auf dem Maximiliansweg den Aussichtsberg Hörnle, der einen Blick über die Wälder und Gebirge des bayerischen Naturschutzgebietes offenbart, das man in den folgenden Tagen durchqueren wird.
Der Trip in die Wildnis beginnt in aller Frühe im benachbarten Unterammergau. Nach einer Gratwanderung hoch über dem wilden Graswangtal tauchen die abgeschiedenen Brunnenkopfhäuser (1600 m) und damit das Quartier für die Nacht auf. Die Hütte erreicht man übrigens auch über eine längere, aber weniger anspruchsvolle Variante, die durch das Graswangtal und vorbei am Ludwig-Schloss Linderhof führt.
Vis-à-Vis mit dem „Ammergauer Matterhorn“, dem rund 1900 Meter hohen Geiselstein, Wasserfällen, Gebirgsbächen und dem höchsten Punkt des Fernwanderwegs, der 2082 Meter hohen Hochplatte, geht es am zweiten Tag durch Oberbayerns Outback. Das Abenteuer endet auf der Kenzenhütte, wo der Wanderer sich mit einer Brotzeit stärkt und anschließend nach Halblech absteigt, um mit dem Wanderbus zurück nach Bad Kohlgrub zu fahren.