Seit über 100 Jahren öffnen die Königlichen Gewächshäuser zu Laeken nördlich von Brüssel einmal jährlich für wenige Wochen. Mit ihren 14.000 Quadratmetern gehören sie zu den größten der Welt. Die „Gläserne Stadt“ mit unzähligen Blumen und Palmen ist in diesem Jahr vom 19. April bis zum 12. Mai der Öffentlichkeit zugänglich.
Ein fast ein Kilometer langer Spaziergang führt durch Glasgalerien und Pavillons mit zahlreichen Palmen, Blumen und exotischen Pflanzen. Der Palmengarten ist ein Bauwerk aus Glas und Stahl. Er besteht aus einem breiten gläsernen Rundgang und einer Kuppel, die von Säulen getragen wird. Bis an die Decke reichen dort die Dattelpalmen. In den Felswänden des Wintergartens blühen verschiedenfarbige Orchideen. In der fast hundert Meter langen Orangerie gedeihen über 200 Jahre alte Zitrus- und Lorbeerbäume.
Das viereckige Kongohaus verdankt seinen Namen der belgischen Kronkolonie Kongo. König Leopold II wollte die Pflanzenwelt des Kongos in diesem speziellen Gewächshaus ausstellen. Der Versuch scheiterte jedoch. Heute erwarten den Besucher hier viele andere tropische Gewächse. Insbesondere die Laekener Kameliensammlung gilt heute als die älteste und wichtigste Sammlung dieser Größenordnung.
1873 erteilte König Leopold II. seinem Hofarchitekten Alphonse Balat den Auftrag für den Bau der Königlichen Wintergärten. Die Gewächshäuser waren für ihn allerdings nicht nur ein Prestigeprojekt, sondern sie entsprangen seiner Leidenschaft zu exotischen Pflanzen. Als Liebhaber von Blumen und Pflanzen soll er dort auch seine letzten Lebensjahre verbracht haben. Der Herrscher besuchte die Baustelle fast täglich und kannte zahlreiche Arbeiter persönlich. Balat gestaltete die Anlage als gläserne Stadt inmitten der hügeligen Parklandschaft um Schloss Laeken. Stilistisch spiegelt sie die Anfänge des Jugendstils wider. Insgesamt umfasst sie eine Fläche von 1,5 Hektar.
Öffnung der Königlichen Gewächshäuser im belgischen Laeken
Königliches Gewächshaus in Laeken (Foto: Olivier Polet)
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