Unter den dunkelgrünen Wipfeln der Fichtenwälder des Naturparks Frankenwald spukt es gewaltig: Da wandelt eine Frau im weißen Gewand durch die Burg Lauenstein bei Ludwigsstadt, fabelhafte Baumwichtel treiben im Zauberwald Konradsreuth ihr Unwesen und die unterirdischen Gänge und Kasematten der Festung Rosenberg sorgen bei so manch wagemutigem Besucher für Gänsehaut.
Der sagenumwobene Frankenwald ist für abenteuerlustige große und kleine Urlauber ein gutes Herbstferienziel. Selbst die Übernachtung könnte aufregender nicht sein: Familien können zum Beispiel ganz stilecht direkt in der neu renovierten Herberge der Festung Rosenberg und damit in jahrhundertealtem Gemäuer nächtigen. Begegnungen mit dem einen oder anderen Festungsgeist sind hier nicht ausgeschlossen.
Besucher des Frankenwalds, denen ein normaler Waldspaziergang zu monoton erscheint, kommen bei einer Wanderung durch den Zauberwald in Konradsreuth ganz auf ihre Kosten. Hier haben die Bäume Gesichter und scheinen – wie im Märchen – jeden Augenblick ihre Wurzeln aus dem Boden zu reißen und loszulaufen.
Besonders unheimlich ist ein Spaziergang durch den Wald bei Einbruch der Dämmerung: Grinsende und gruselige Fabelwesen, mit langen Bärten, Moosen und Farnen bewachsen, begegnen dem Wanderer, der sich in einer Märchenwelt wähnt. Mehr als 70 Waldgeister und -wichtel gibt es mittlerweile im Zauberwald. Verantwortlich für die ungewöhnliche Baumgestaltung ist Heinz Spindler aus Konradsreuth, ursprünglich Zimmermann und heute begeisterter Holzkünstler.
Was wäre eine Burg ohne Geist? Auf der Burg Lauenstein bei Ludwigsstadt spukt der Sage nach eine adelige Dame im weißen Gewand, Katharina von Orlamünde, und findet nach dem Mord an ihren zwei Kindern seit mehr als 500 Jahren keine Ruhe. Einheimische berichten, dass Katharina noch heute auf der Burg, deren älteste Teile auf das 12. Jahrhundert zurückgehen, umherirrt und sich schon bei der einen oder anderen Führung den Besuchern gezeigt hat.
Abgesehen von der „Weißen Frau“ ist die Burg Lauenstein auch aufgrund ihrer kunsthistorischen Bedeutung immer eine Reise wert: Der im 16. Jahrhundert errichtete Hauptflügel ist ein bedeutendes Zeugnis mitteldeutscher Renaissancearchitektur. Geschichtsinteressierte finden im Burgmuseum zudem Zeugnisse des mittelalterlichen Lebens wie etwa Rüstungen, Waffen, Möbel und Gemälde.
Gänsehaut und Kasematten - Grinsende Bäume, eine weiße Frau auf der Burg und eine gruselige Festungsunterwelt
Gruselstimmung im Frankenwald mit Fabelwesen, Wichteln und Geistern (Foto: www.frankenwald-tourismus.de)
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