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Der Jahreswechsel in Japan

Für die Japaner ist Neujahr (Oshogatsu) das wichtigste Fest im Jahreszyklus, an dem selbst die großen Firmen mindestens drei zusammenhängende Tage geschlossen sind.

Das Neue Jahr bringt einen kompletten Neuanfang mit sich, und um es rein und unbelastet zu beginnen, werden möglichst alle Schulden beglichen und geliehene Gegenstände wieder zurückgegeben. Häuser und Autos zeigen sich kunstvoll geschmückt mit Gestecken aus geflochtenem Stroh, Farnblättern, Reiskuchen und Zitrusfrüchten. Am Abend des 31. Dezember isst man soba, Weizennudeln, die ein langes Leben symbolisieren. Um Mitternacht erklingen dumpf die Bronzeglocken der buddhistischen Tempel. Sie schlagen 108 mal zur Mahnung an die 108 Bindungen der Menschheit an die irdische Welt.

Da die Küche traditionsgemäß an den ersten drei Tagen des Jahres kalt bleibt, aber der erste Januar im Kreise der Familie gefeiert wird, werden die über mehrere Tage haltbaren Osechiryori (spezielle japanische Neujahrsgerichte) stets im alten Jahr zubereitet. Dazu gehören die Glück verheißende Meerbrasse (Tai); Kazunoke (Heringsrogen), der den Wunsch nach vielen Kindern im neuen Jahr symbolisiert und Konbu, eine Art Seetang, mit dem das Wort Yorukobu (Freude) verbunden wird.

Aus Anlass des neuen Jahres erhalten die Kinder von Verwandten, Nachbarn und Bekannten kleine Geldgeschenke. Obligatorisch zu Neujahr sind Schrein- und Tempelbesuche, in der Regel noch in der Neujahrsnacht, aber spätestens im Laufe der ersten drei Tage des Jahres. Gerne tragen die Japaner für diese Besuche den traditionellen Kimono.

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