Jeden Abend verlässt das Schiff Super Goleta den Hafen von Sancti Petri, fährt in den Naturpark der Bucht von Cádiz ein und wirft Anker vor dem kleinen Felseneiland, von dem es in der Mythologie heiβt, dass dort der Tempel des Herkules gestanden habe. Das Schiff hält nah an dem Felsen und die Reisenden können beobachten, wie die Sonne hinter der Silhouette des Castillo gleitet. Dabei handelt es sich nicht um eine optische Täuschung, sondern um Natur.
Selbst die besten Fotos können nicht wiedergeben, wie sich die blauen Wellen im Atlantik verlieren und der Glanz der untergehenden Sonne zu einem rot-orangenen, purpur- und rosafarbenen Licht wird. Das Naturphänomen hat einen Namen – der Rayleigh-Effekt. Die Super Goleta fährt jeden Tag vom 1. Juli bis zum 15. September aus, passt sich aber dem sich ändernden Sonnenstand an. Im Juli verlässt sie den Hafen um 21 Uhr, im August um 20:30 Uhr und im September schon um 20 Uhr, da es früher dunkel wird.
Diese Gegend in Andalusien ist von Legenden geprägt. Helden wie Hannibal oder der römische Kaiser Julius Cäsar zogen hier durch. Auch heiβt es, dass sich in Sancti Petri das phönizische Melkart-Heiligtum befunden hätte, das die Schifffahrer hier vor ca. 3000 Jahren verehrten.
Die Bootsfahrt durch den Meeresnaturpark dauert eine Stunde. Der Preis liegt bei 12 € für Erwachsene und 6 € für Kinder. Das Unternehmen Cruceros Sancti Petri organisiert im Rahmen des Kongresstourismus auβerdem Ausfahrten à la carte und Touren zu den Buchten von Roche und Conil, bei denen man an Stränden tauchen, schnorcheln und baden kann.