Die Faszination der Gipfelwelt zieht sich seit jeher durch die Zeiten und Kulturen. Wie sich das Bild der Berge in den vergangenen zwei Jahrhunderten gewandelt hat, zeigt das Schlossmuseum Murnau ab dem 21. März in einer Sonderausstellung. Unter dem Titel „Alpenglühen. Die Berglandschaft als Sehnsuchtsort“ können Besucher das sich verändernde Naturverständnis ebenso nachvollziehen wie das ganz persönliche Verhältnis einzelner Künstler zu „ihrem“ Berg.
Als der Alpentourismus zu Beginn des 19. Jahrhunderts einsetzte, waren es zunächst die Bildungsreisenden, die dem Ruf der Berge folgten. Die aus einer privaten Sammlung stammenden Werke von Christian E. B. Morgenstern, der Carl Rottmann-Schule, Johann Jakob Dorner d. J., Heinrich Bürkel und anderen führen in das Thema ein. Idealisierte Darstellungen sind ebenso zu finden wie naturalistische Portraits der Bergbewohner und ihrer Lebenswelt. Generationsübergreifend werden auch die Maler Edward Theodore Compton und sein Sohn Edward Harrison vorgestellt, die sich der Darstellung von Gebirgsmotiven verschrieben haben.
Mit den deutschen Expressionisten rund um Wassily Kandinsky und Gabriele Münter, die sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Murnau niedergelassen hatten, ändert sich die Wiedergabe der Berge schlagartig. Denn nicht mehr das zu malende Objekt, sondern der Künstler selbst und seine Wahrnehmung stehen im Vordergrund, Stimmungen werden über Formen, Flächen und Farben transportiert. Mit Grafiken von Alexander Kanoldt aus den 1930er Jahren leitet das Schlossmuseum Murnau zu zeitgenössischen Darstellungen von Herbert Brandl und Thomas Geggerle über. Flankiert wird die Ausstellung von literarischen Textauszügen.
Die Sonderausstellung vom 21. März bis zum 23. Juni 2013 im Schlossmuseum Murnau kann dienstags bis sonntags in der Zeit von 10 bis 17 Uhr sowie am Oster- und Pfingstmontag besichtigt werden. Der Eintritt kostet 5 Euro.
„Alpenglühen” im Schlossmuseum Murnau
Gemälde mit Motiven aus der Gebirgswelt werden im Schlossmuseum Murnau gezeigt (Foto: Privatbesitz/Schlossmuseum Murnau)
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