Fisch spielt in der japanischen Küche eine sehr große Rolle, aber mit seiner farbenfrohen Unterwasserwelt hat es Japan bis jetzt noch nicht auf die Hotspot-Liste geschafft. Doch es gibt eine Region, die in unseren Breitengraden durchaus als Geheimtipp für Taucher gilt: die Okinawa-Inseln.
Diese südlichste Präfektur des Landes mit subtropischem Klima liegt viel näher an Taiwan (nur circa 150 Kilometer entfernt) als an Tokio, von wo aus die Flugzeit knapp drei Stunden beträgt. Von 1945 bis 1972 standen die Inseln unter US-amerikanischer Besatzung und dienen auch heute noch als Stützpunkt.
Kenner vergleichen die Tauchgebiete der Okinawa-Inseln mit den Revieren des Great Barrier Reef oder denen von Palau und Yap. Die Artenvielfalt der Meeresbewohner ist riesig – allein 200 verschiedene Korallenarten machen Okinawa zu einem der größten Korallenlebensräume der Welt. Für den Tiefseeforscher Jacques-Yves Cousteau gehören die Korallenriffe um die Kerama-Inseln (circa 25 Kilometer von der Hauptinsel Okinawa entfernt) sogar zu den schönsten der Erde. Im Frühjahr gilt dieses Gebiet als „Geburtsstation“ für Buckelwale. Taucher erhalten dann hier die seltene Gelegenheit, den Gesängen der Wale zu lauschen.
Freunde von Strömungstauchgängen werden vom Cape Hedo Dome begeistert sein, dem nördlichsten Punkt der Okinawa-Inseln, wo der Pazifik und das Ostchinesische Meer aufeinandertreffen. Der Dome selbst ist eine zehn Meter hohe Tropfsteinhöhle, deren Erkundung für Taucher ein besonderes Erlebnis darstellt. Aber auch Wracktaucher kommen auf ihre Kosten. Die „USS Emmons“, ein amerikanisches Minenboot, das im Zweiten Weltkrieg versenkt wurde, liegt auf einer Tiefe von 45 Metern und wurde erst vor knapp zehn Jahren entdeckt. Das Wrack befindet sich in einem sehr guten Zustand und bietet abwechslungsreiche Tauchgänge.